| 2009.06 |
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FILM: THE FALL Diesmal waren meine Erwartungen zu hoch und ich bin etwas enttäuscht aus dem Kino. Gesehen haben sollte man ihn jedenfalls, aber erwarten sollte man wenig. Ist das logisch? Naja. Also die Handlung ist enorm schwach und man merkt, dass im nachhinein der Versuch, eine Geschichte drumherum zu bauen, stattgefunden hat. Ok, darauf hab ich mich irgendwie eingestellt und ich wollte mich an einer geballten Bilderflut an Ästethik erfreuen. Die war auch und auch wunderschön, keine Frage. Trotzdem war es mir einfach zu wenig davon. Aber vielleicht auch wegen diesem konstanten Herumspringen zwischen überzeichnet kitschig, witzig und der bedrohlichen, gewaltsamen Ernsthaftigkeit. Seltsam. Entweder durchgehend kitschig an den Haaren herbeigezogen oder eben nicht. Irgendwann sollte man sich doch auf irgendwas einstellen können. Dieses Zusammenstückeln von guten Ideen, die einfach passend gemacht wirkten, macht halt keinen richtigen Film daraus. |
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FILM: GRAN TORINO Ein Volltreffer und für mich eine 10 von 10. Wie der Gran Torino unter den Autos. Also auch wenn man – so wie ich – nicht wirklich etwas von Autos versteht und mit einer Leidenschaft dazu auch nichts anfangen kann – sobald man die Diva einmal gesehen hat, ist einem alles klar. Einfach ein erstklassiges Teil wie dieser Film auch. Ein Gran Torino unter den Filmen, der berührt und amüsiert von der ersten Sekunde bis zu letzten. Clint Eastwood als Walter Kowalski wiedermal grandios als grieskrämiger, durch seine Korea-Kriegs-Vergangenheit stark geprägter Mitgenosse, der Menschen gegenüber einwandfrei abgeneigt ist – inkl. seiner Familie und natürlich auch denjenigen, die vermeintlich nicht weiß und amerikanischen Ursprungs sind. Er macht keinen Hehl aus seiner Abneigung und nimmt sich dahingehend auch kein Blatt vor dem Mund. Seine Ausdrucksform ist voll gespickt mit Vorurteilen, Rassismus und vernichtend hart. An ihn ist nicht heran zu kommen und bei jedem Annähern holt man sich seine verbale Ohrfeige. Kroteskerweise wohnt er mitten drinnen in der Multikulti-Welt. Durch eine nachbarschaftliche Rangelei wird die Grenze zu seinem gepflegten amerikanischen Vorgarten überschritten. Geht natürlich gar nicht und mit dessen Verteidigung beginnt eine Geschichte, die langsam aber unaufhaltsam ihren Lauf nimmt. Achtung: Menschen, die er ja ganz und gar nicht mag treten in sein Leben und auch nur, weil er sehr deutlich auf die Einhaltung seiner Rasengrenze besteht. Auch das Filmende bleibt der 10 treu, findet zu einem sehr starken Schluß mit einem enormen, bleibenden Eindruck – auch in musikalischer Hinsicht www.youtube.com |
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FILM: FROST NIXON Guter und interessanter Film, den ich mir so nicht vorgestellt habe. Vor allem geht es um zwei aus vorerst absolutem Eigennutz aufeinander treffende Menschen. In ihren Rollen haben beide eine sehr gleichgewichtige Präsenz. David Frost der aus der seichten Unterhaltungsbranche kommt und bis jetzt einen sehr leichten, beschwingten und optimistischen Lebensansatz lebt, verfolgt das Ziel nach weltweitem Erfolg und Anerkennung. Jedoch auch der tiefe Wunsch, ernstgenommen und als intelligenter, seriöser Journalist wahrgenommen zu werden schlummert da ihn ihm. Mit Ehrgeiz und dem großen Erfolg vor Augen lässt er sich etwas blind und naiv auf seine Idee, eine Interviewreihe mit dem abgedankten Ex-Präsidenten Nixon und dem brisanten Thema Watergate auf die Beine zu stellen, ein. Unvorbereitet und ahnungslos wird ihm innerhalb kürzester Zeit der Kopf gewaschen und gezeigt, wie der Hase läuft. Eine fatal erscheinende Lektion in Sache Machtspiel und Kampf wird präsentiert. Das gesamte Projekt droht zusätzlich noch ein vernichtendes, finanzielles Fiasko für Frost zu werden. Und da kommen so Momente, da will man am liebsten umschalten, weil man diese eindeutige Niederlage und Vernichtung nicht mehr sehen will. Aber nein, das tun wir nicht. Wir schauen hin und warten ab, was da noch kommen mag. |
| EIN BLUMIGES AHOI Da hier grünts so schön bunt grün ... bis auf die graue(nvolle) Maus gegenüber. ![]() |
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FILM: REVOLUTIONARY ROAD Aber hallo. Ein sehr bewegender Film, der bei mir weitaus mehr wooow hinterlassen hat als der Oscar-gekrönte "The Reader". So ein richtig fettes Drama, in dem man an seinem Umfeld und seinen Ängsten schlußendlich zerbricht. Der Versuch des Ausbrechens mit Ehrlichkeit zu sich selbst und mit dem starken Wunsch nach eigener freier Lebensgestaltung findet statt – die Verlockungen waren jedoch wie immer zum richtigen Zeitpunkt da, haben wieder ihre Fesseln gelegt und ihr Nötiges für einen Rückzug in das alte Schema getan. Sehr genial war auch die Nebenrolle des für verrückt erklärten Sohnes dieser Vermieterfamilie. Der einzige, der sich hier klar und ehrlich den Mechanismen stellt. So ein Typ ist halt schwer mit einer illusionierten Welt zu verbinden, geschweige denn zu ertragen und somit am einfachsten in einer Anstalt aufgehoben. Aber natürlich genau durch ihn kommt es zu einer grandiosen Schlüsselszene. Und mir ist wiedermal aber so was von bewusst, wieso ich diese "Vorstädte" – egal wo und wann sie sind – einfach nicht und nicht mag. *brrrr* |
| t o p |
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| 2009.03 + 01 |
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FILM: THE READER | DER VORLESER Das Thema wurde ja schon zig-fach bearbeitet und das wird auch sicherlich nie aufhören. Film ist keinesfalls gänsehautbewegend, spektakulär oder schwer verdaubar. Was ich ganz gut finde ist, daß in diesem Fall vordergründig die Beziehungs-Ebene von zwei Menschen, ihre Herkunft und ihre Entwicklung gezeigt werden. Natürlich bildet die schwerwiegende Zeit den großen Rahmen und trägt ja massiv zu allem bei. Jeder spielt seine Rolle jedenfalls sehr glaubwürdig. Also alles in allem: Film anschauen, aber grundsätzlich nichts neues oder fesselndes erwarten. |
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FILM: REVANCHE Die Charaktere sind gut gespielt. Da ist nichts abgehoben, aus den Fingern gesaugt oder weit weg von einem normalen Leben. So wie es einfach sein kann bzw. ist. Vielleicht ist das Ganze etwas langatmig, aber ok. Spannend jedenfalls finde ich, wie sich ein offensichtlicher, eher einfach gehaltener Revanchegedanke (einfach wie: wenn du mir eine reinhaust, dann hau ich dir auch eine rein, denn du hast angefangen und bist somit schuld) mit nur einem gesagten Satz perfekt abgedreht wird. Die Revanche hat ihre Eigendynamik und taucht sodann viel subtiler und ganz woanders auf, ohne das es alle Beteiligten wissen. Und diese Weise ist weitaus massiver als die ursprünglich geplante. Die hat sich nämlich für ein Leben lang eingenistet. Und btw: Sie, die Frau Polizeibeamtin als – ich bin angeblich ein ach so guter, verständnisvoller Mensch, kümmere mich um das Allgemeinwohl und überhaupt eigentlich um alle und alles – hab ich aber so was von überhaupt nicht aushalten können. *Brrrrrrrrr* Bleib ja dort wo du bist -> Oh ja, die Lösung passt da schon ;) |
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FILM: THE GUITAR Einerseits war ich wirklich sehr angetan, andererseits hat er manchmal leider etwas irritierend oberflächliches. Der Film ist eine Art Hymne an das Leben, indem er zeigt, wie es in geballter Kraft aus den Fugen geraten kann. Eine Frau, die erfährt das sie nur mehr kurze Zeit zu leben hat und unabhängig davon auch alles andere in Brüche geht. Es bleibt ihr so gut wie nichts, nämlich richtig nichts. Also. Ich sitze da, schaue und ertappe mich ständig beim überlegen, wie ich selbst reagieren und mit all den Dingen umgehen würde. Der Film dreht zum Schluß nochmal ordentlich und wieder ist man vor den Kopf gestoßen und hat sich irgendwie noch nicht von all den vorigen Ereignissen erholt. In dieser Hinsicht hat mich der Film fasziniert. Und eine gute Portion an Ironie taucht immer wieder auf – denn jedem steht die Aktivierung eines Bananen-Telefons zu. Was ich sehr klischeehaft empfunden habe, war die Einbindung des bis jetzt verwehrtem und somit unerfülltem Kindheitstraumes, der erst dann wieder zum Tragen kommt, wenn es dem Ende zugeht. Hm. Auch die visuelle Darstellung davon war meiner Ansicht nach absurd seltsam. Und der Schluß war mir leider auch zu banal. Schade. |
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MUSIK: FRANZ FERDINAND, Tonight: Franz Ferdinand Bis jetzt konnten mich die Jungs nicht vom Hocker reissen und meine Aufmerksamkeit dahingehend war gering bis gar nicht. Mit dem Startschuss zur neuen CD durch die Auskoppelung von "Ulysses" haben sie meine beiden Ohren erhalten. Da hab ich hingehört, da wurde ich neugierig und ja, die F. Ferdinands mit neuem Produzenten haben mich überzeugt. Find ich echt gelungen und macht Lust auf Tanzeinlagen. |
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FILM: DAS JÜNGSTE GEWITTER | YOU, THE LIVING Sehr spezielle, faszinierende Filmminuten aus dem Schwedenland. Anhand von sieben Charakteren werden Geschichten von Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Sehnsüchten, Träumen und dem Sein in tragischkomischer bis absurder Form erzählt. Worte sind hier nur wenige zu finden. Die Vermittlung erfolgt vor allem durch eine großartige visuelle Darstellung. Schauplätze, Bildkompositionen und Farbgebung wirken teilweise surreal, schön skuril und lassen einen keinesfalls wegschauen. Wenn man Lebensgeschichten in wortkarger, satirischer Form, eingepackt in eine kunstvolle Bilderwelt mag, dann auf jeden Fall anschauen. |
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FILM: VICKY CHRISTINA BARCELONA
Da startet also das Jahr mit einem Woody Allen Film, obwohl es hätte genauso gut 2008 damit enden können. Aber nach "Matchpoint" ist das Risiko zum Missfallen doch gestiegen und bewirkt Verzögerung. Bekanntlicherweise ist das so eine Sache mit Woody Allen. Mal gut, mal seltsam, mal miserabel. Das Filmwagnis hat sich jedenfalls gelohnt, denn diesen hier fand ich echt gelungen und amüsant. Ein ganz sicherer Punkt geht an Penelope Cruz, die etwa ab der Hälfte ihren Auftritt hat. Mit ihrem emotional ausufernden Charakter hat sie alle anderen aber so was gegen die Wand gespielt. Sehr schön. Und natürlich Barcelona ... oooh Barcelona. |
